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  • Philipp Hessel

Wie baue ich das zu mir passende ETF-Portfolio auf?



Ein global diversifiziertes Portfolio sieht grundsätzlich so aus:





Das ist sozusagen die leere Hülle bzw. der Rahmen für Ihr Portfolio. Jetzt gilt es, die passenden An­lageprodukte zu bestimmen und das Portfolio damit zu bestücken.

Risikotragender Portfolioanteil (=Renditebaustein) Ein sehr leicht verständliches und einfach nachvollziehbares Portfolio lässt sich mit nur ei­nem ETF im risikotragenden Teil aufbauen. Dem Diversifi­kations-Ansatz entsprechend, wählen Sie einen Index aus, der die globalen Aktien­märkte so umfassend wie möglich ab­deckt. Gewählt wird hier ein Index, der diese Anforderung in hervorragender Weise erfüllt:


FTSE All-World Index

Der FTSE All-World Index deckt etwa 95 Prozent des Weltaktienmarktes ab und enthält Industrie- und Schwellen­länder, zusammengen­ommen sind das 47 Länder. Der In­dex ist nach Marktkapitalisie­rung gewich­tet. Ein passender ETF dazu findet sich unter der Bezeichnung:


Vanguard FTSE All-World UCITS ETF

(Wertpapierkennung: ISIN: IE 00B 3RB WM2 5 ; WKN: A1JX52 )



Risikofreier Portfolioanteil (=Sicherheitsbaustein)

Dieser Portfolioanteil soll größtmögliche Sicherheit bieten. Deshalb ist der Blick auf die Ren­dite erst in zweiter Linie von Bedeutung. Für den Privat­anleger bietet es sich an, diesen Teil mit Festgeld und/oder Tagesgeld abzu­bilden. Das sind hier die Produkte der ersten Wahl. Hierbei gilt es, die Einlagensiche­rungsgrenze (100.000 Euro je Anleger und Bank) zu beachten.

Wenn (überhaupt) erwogen wird, Anleihen als Sicherheitsbausteine zu verwenden, steht auch hier der Sicherheitsaspekt an erster Stelle. Deshalb kommen hier nur auf Euro lautende Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten und höchster Bonität in Frage.


Wenn Sie jetzt 100.000 Euro anlegen wollten und eine prozentuale Aufteilung von 30 Pro­zent risi­koarm zu 70 Prozent risikotragend für Sie als vertretbar und zielführend erscheint, dann sieht die konkrete Ausgestaltung des global di­versifizierten Portfolios so aus:




Der Einstieg in die Vermögensbildung mit ETFs ist selbstverständlich auch mit kleineren Beträgen möglich und sinnvoll. Und wer noch nicht über einen nennenswerten Einstiegsbetrag verfügt, kann ganz einfach mit einem Sparplan ab 25 Euro in den o.g. Aktien-ETF in­vestieren. Über die Funktionsweise und Bedeutung von ETF-Sparplänen wird demnächst in einem weiteren Blog-Beitrag berichtet.


Fazit

Mit dieser Basisvariante des global diversifizierten Portfolios lässt sich mit Hilfe von Festgeld/Tagesgeld und nur einem marktbreiten ETF ein überzeugendes Konzept zum Vermögensaufbau umsetzen. Der einmalige Arbeitsauf­wand ist denkbar gering. Eine laufende Kontrolle ist nicht erforder­lich, es ge­nügt, sich gelegentlich über die Entwicklung zu informieren. Das Kon­zept ist au­ßerordentlich trans­parent und einfach zu verstehen. Die Kosten sind äußerst niedrig und leisten somit einen nicht uner­heblichen Beitrag zur Renditeent­wicklung. Einmal pro Jahr sollte die aktuelle Verteilung von risikoarmen zu risikotragenden Portfolioanteilen geprüft werden. Bei Abweichungen von der gewünschten Aufteilung (im Beispiel: 30/70) ab einer Größenordnung von ca. 5 Prozent, sollte die ursprüngliche Verteilung wieder hergestellt werden (Rebalancing).


Ausblick

Wenn Sie in den „all inclusive“ Weltindex „FTSE All-World“ investieren, ist das so, als würden Sie sich im Restaurant für ein Menü entscheiden. Damit sind Sie in vielen Fällen gut beraten. Sie erhal­ten eine Folge von ausgesuchten Speisen, die sich ausgewogen und aufeinander abgestimmt präsen­tieren und (hoffentlich) keine Wünsche of­fenlassen. Was für viele Menschen genau das Richtige ist, muss aber nicht für jeden die ers­te Wahl sein. Wer mehr Fleisch, weniger Fisch und eine exotischere Nachspeise haben möch­te, was so nicht im Menü enthalten ist, bestellt halt à la carte.

Auf die Indizes bezogen heißt das, kein Index ist so perfekt, dass er den Wünschen und Vorstellung­en aller Anleger gerecht wird. Betrachtet man den FTSE All-World Index, fällt bei der Länderge­wichtung auf, dass der Anteil der USA mit rund 55 Prozent sehr hoch ist. Deutsch­land ist hinter der Schweiz und Frankreich lediglich mit einem Anteil von 2,5 Prozent ver­treten. Bei regionaler Be­trachtung stellt man fest, dass die Schwellenländer nur gut 10 Prozent ausmachen. Das kommt im Wesentlichen daher, dass der FTSE All-World Index nach Marktkapitalisierung ge­wichtet.

Wenn Ihnen das eine oder andere Ausstattungsmerkmal des Index nicht gefällt und Sie andere gut begründete Prioritäten bei der Auswahl Ihres Investment-Universums setzen wollen, finden Sie ganz leicht professionelle Hilfe. Das erspart Ihnen die doch eher anspruchsvolle und aufwändige Konstruktion eigener neuer Portfoliokonzepte. Und selbstverständlich ist das für Sie absolut kosten­frei. Um was geht es?


Auf der Suche nach dem pas­senden Portfolio können Sie auf Musterportfolios zugreifen, die An­schauung vermitteln und helfen können, den Entscheidungsprozess zu optimieren. Besonders hin­weisen möchte ich auf die Internetplattformen von extraetf.com und justetf.com. Dort finden Sie umfangreiche Sammlungen von Muster­portfolios. Das beginnt bei Einsteiger-Portfoli­os und führt über eine Auswahl von Experten-Portfo­lios hin zu Vorschlä­gen, die zeigen, wie sich Portfolios von Vermögensverwaltern (z.B. Robo-Advisors, Norwegischer Staatsfonds) nachbauen lassen. Ebenso enthalten sind Vorschläge zur Konstruktion von Portfolios mit Nachhaltigkeits-ETFs.

Keep it simple

Suchen Sie sich ein passendes Portfolio aus oder machen Sie aus der Kombination von Musterport­folio-Bestandteilen Ihr individuelles Portfolio. Behalten Sie dabei aber bitte das im Blick, was ein „gutes“ Portfolios ausmacht. Dazu gehören ganz besonders hohe Transparenz, geringer Aufwand, niedrige Kosten.


Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie?

Wenn Sie diesen Überlegungen folgen, verfügen Sie über eine hervorragende Strategie zur Vermögensbildung. Im Mittelpunkt steht das

Global diversifizierte Portfolio“.

Dieses Portfolio zeichnet sich durch Eigenschaften/Merkmale aus, die anlegerfreundlicher kaum sein könnten.

Schauen Sie sich die folgenden Punkte in aller Ruhe an und lassen Sie sich diese


auf der Zunge zergehen“:

Risikoaufteilung im Portfolio Diese erfolgt durch Aufteilung in risikotra­gende und risikoarme/risikolose Anteile. Der erste Teil enthält renditebringende Aktien-ETFs, die Risiken enthalten. Der andere Teil wird mit risikolosen Anlagen (z. B. Festgeld/Tagesgeld) bestückt. Wer bereit ist, ein höheres Risiko zu tragen, legt mehr Geld in Aktien-ETFs an. Wer weniger Risiko möchte, reduziert diesen Anteil zugunsten des risikolosen An­lageprodukts.

Einsatz von ETFs Das Portfolio wird im risikotragend­en Teil grundsätzlich mit ETFs abgebildet. Die­se sind leicht zu verstehen, transparent und kostengüns­tig. Im risi­koarmen Teil werden Festgelder/Tagesgel­der und ggf. si­chere Staatsanleihen eingesetzt.

Globale Diversifikat­ion Der globale Aktienmarkt wird mit ETFs so umfas­send wie möglich abgebildet. Dadurch wird die größtmögliche Di­versifikation in dieser Anlageklasse erreicht. Das Portfolio trägt deshalb den Na­men „Global diversifiziertes Portfolio“.

Geringer Aufwand Aufwändige Recherchen entfallen, da weder Market-Ti­ming noch Progno­sen zu einzelnen Aktien, Markt­zyklen und Branchen notwendig sind. Statt einer zeit­nahen ar­beitsintensiven Beobachtung des Portfolios, reichen gele­gentliche Überprü­fungen.

Niedrige Kosten Die Kosten sind im Vergleich zu allen anderen Anlagestrat­egien (z.B. Stock-Picking, Kauf aktiv ge­managter Fonds) am günstigsten. Das liegt zum einen an den niedrigen ein­maligen und laufenden Kosten der ETFs. Zum anderen entfällt durch die Kau­fen-und-Halten-Strategie ein häufi­ges kosten­intensives Um­schichten im Portfolio.


Hohe Transparenz

Sie entsteht dadurch, dass im einfachsten Fall nur ein einziger Aktien-ETF im Portfolio ein­gesetzt wer­den muss, um den globalen Ansatz zu reali­sieren. Aber auch bei bis zu fünf ETFs bleibt ein Portfo­lio noch immer sehr übersichtlich. In Bezug auf jeden einzelnen ETF kann man vereinfacht sagen, dass im ETF das drin ist, was drauf steht. Die Transparenz von ETFs ergibt sich dadurch, dass sie auf einem Index basie­ren. Damit ist genau bekannt, welche Länder/Re­gionen abgebildet sind, wie viele und welche Einzeltitel enthal­ten sind, wie die Unternehmen im Index gewichtet sind, wie die historischen Renditen aussehen, kurz all das, was den In­dex im einzelnen kennzeichnet.

Flexibilität und Liquidität Die finanzielle Ausstattung von Haushalten ist nicht immer gleich. Sie ändert sich mit dem Lebens­alter und hängt von sich verändernden Lebenssituationen ab. Sie können Ihr Portfolio jederzeit auf einfache Weise flexibel an die sich verändernden Bedingungen des Lebens anpassen. Der Aufbau Ihres Portfolios ist in Form von Sparplänen mit kleinen Anlagesummen bereits ab 25 € monatlich möglich. Beliebige Einmalanlagen sind während der Börsenöffnungszeiten jederzeit möglich. ETFs können Sie über Ihre Depotbank zu den üblichen Handelszeiten kaufen und verkaufen.

Langfristige Strate­gie Der Ansatz basiert auf einer Kaufen-und-Halten-Stra­tegie. Im Vergleich zu akti­ven Anlagestrategien kön­nen langfris­tig höhere Renditen erwartet wer­den.

Einsatz auch beim Vermö­gensverzehr Der Ansatz funktioniert sowohl beim Vermögensauf­bau als auch in der Phase des Vermögensver­zehrs/Kapitalverbrauchs. Das global diver­sifizierte Portfolio kann prinzi­piell in ei­ner gewünschten Entnahmephase - ggf. modifiziert - weitergeführt werden.

Wissenschaftliche Begrün­dung Das Konzept ist wissenschaftlich abgesichert. Anlageentscheidungen erfol­gen somit auf begründba­rem Wissen. Das schafft Unabhängigkeit Dritten gegen­über (Bank, Bankbe­rater, Einfluss von Medi­en) und kann zu siche­rem, stress- und angstfreiem Anlagever­halten beitragen.

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